Was passiert mit dem botanischen Garten?

Es gibt Pläne, dass der Botanische Garten in Schönbrunn schon bald dem Zoo zur Verfügung gestellt wird. Dagegen gibt es schon massive Einwände.

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Was passiert mit dem botanischen Garten?

29.03.2016

„Retten wir den Botanischen Garten Schönbrunn“ - unter diesem Motto erhebt die Österreichische Gesellschaft für historische Gärten massive Einwände. Der Botanische Garten und das Arboretum Schönbrunn sollen – so der derzeitige politische Plan – in Zukunft dem Tiergarten Schönbrunn als Erweiterungsfläche zur Verfügung stehen.

Historische Bedeutung
Die Entwicklung des Botanischen Gartens Schönbrunn wurde in seiner mehr als 250-jährigen Geschichte sowohl durch das hohe botanische Interesse des Kaiserhauses als auch durch dessen herausragende Gärtner und Botaniker wie z. B. Adrian van Steckhoven und Heinrich Schott geprägt. Die von Steckhoven ursprünglich auf zugekauften Grundstücken angelegten formalen Arboreten und Sichtungsgärten ("Holländischer Garten") wurden ab 1829 von Schott in einen dem damaligen Zeitgeist entsprechenden "pittoresken Landschaftsgarten" umgestaltet. Die heute noch gut erhaltenen Beet- und Wegestrukturen wurden 1875 durch Gartendirektor Adolph Vetter mit formalen Blumenbeeten ergänzt. Dass diese Fläche im Gegensatz zum Tiergarten in der Öffentlichkeit kaum beworben wird, heißt nicht, dass sie weniger Wert ist! Ist der Botanische Garten einmal neu vergeben, ist auch dessen Existenz bedroht.

Gartendenkmalpflegerische Bedeutung
Der Schlosspark Schönbrunn als Teil des UNESCO Welterbes ist mit allen seinen Bestandteilen ein unter Denkmalschutz stehendes Gartenkunstwerk von hohem europäischem Rang. Der Botanische Garten ist einer der wenigen landschaftlich gestalteten Teile innerhalb des formalen Schlossparks und daher ein besonderes Zeugnis für die Entwicklung der Gartenkunst.

Botanische Bedeutung
Von den zahlreichen, im Auftrag des Kaiserhauses durchgeführten Sammelexpeditionen wurden vor allem Pflanzen aus Nordamerika im Botanischen Garten ausgepflanzt. Heinrich Schott erwähnt bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, dass der Garten mit über 400 Baum- und Strauchsorten sehr vielfältig bepflanzt ist. Viele der auch heute noch erhaltenen Baummonumente stammen aus dieser Zeit.

Erholungsfunktion
Der Botanische Garten ist in Zeiten der überbordenden touristischen Nutzung des Schlossparks vor allem für die Wiener Bevölkerung ein willkommener Ort der Ruhe und Entspannung sowie als Verbindungsweg vom Palmenhaus zum Glorietteberg eine gerne genutzte sportliche Bewegungsmöglichkeit.

Es ist daher aus Sicht der ÖGHG unverständlich und nicht akzeptabel, dass mit der geplanten Umnutzung und einer möglichen teilweisen Bebauung des Botanischen Gartens durch den Tiergarten nicht nur gegen den von der ÖGHG mühsam erkämpften Denkmalschutz für historische Gärten, sondern auch gegen die Auflagen der ICOMOS/UNESCO für das Weltkulturerbe Schönbrunn verstoßen wird!

Rückfragen & Kontakt
Österreichische Gesellschaft für historische Gärten
office@oeghg.at
www.oeghg.at
Dr. Karl Schütz (Vereinspräsident), Tel: 0676/723 55 99


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