Haiti 10 Jahre nach dem Erdbeben

Bildung überwindet Armut – auch in Haiti!

Foto: SDB

Haiti 10 Jahre nach dem Erdbeben

09.01.2020

„Unser sehnlichster Wunsch ist Frieden“

Bildungsaktivitäten der Jugend Eine Welt-Projektpartner geben allerärmsten Kindern Zukunftschancen

„Unser sehnlichster Wunsch ist Frieden.“ Das sagt Salesianerpater Victor Auguste, langjähriger Projektpartner der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt in Haiti. Mit dem 10. Jahrestag des verheerenden Erdbebens am kommenden Sonntag, den 12. Jänner, verbindet er vor allem die Hoffnung, dass die aktuelle wirtschaftliche und politische Krise des Karibikstaates von der Weltöffentlichkeit verstärkt wahrgenommen und mehr Hilfe in Gang gebracht wird. „Wir sind eigentlich ein sehr friedliches Land“, so Pater Auguste. „Doch mittlerweile sind die Menschen wirklich verzweifelt. Viele Kinder gehen nicht zur Schule, weil sich das ihre Eltern aufgrund der hohen Inflation nicht leisten können. Das reine Überleben ist extrem teuer geworden. Mein größter Wunsch für das kommende Jahr ist, dass in unseren Alltag wieder Frieden und Hoffnung einziehen.“

Schulen waren drei Monate geschlossen
Ein Ende der Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Jovenel Moïse, der Korruption und Misswirtschaft vorgeworfen werden, ist allerdings nicht in Sicht. Immerhin kündigte die Opposition vor kurzem an, nur mehr an Wochenenden bzw. in den Abendstunden zu Demonstrationen aufzurufen, um den Schulbetrieb nicht weiter zu gefährden. Das Bildungsministerium hatte schon im Dezember den Kalender für das Schuljahr 2019/20 auf 140 Schultage verkürzt, nachdem die meisten Schulen aufgrund der Unruhen von September bis November geschlossen waren.

Don Bosco-Einrichtungen in Armenvierteln
Die Don Bosco-Partner von Jugend Eine Welt stehen in ihren Kindergärten, Schulen, Sozialeinrichtungen und Ausbildungszentren insbesondere allerärmsten Kindern und Jugendlichen zur Seite. Die aktuellen Entwicklungen sehen sie mit großer Sorge, zudem die Armenviertel La Saline und Cité Soleil der Hauptstadt Port-au-Prince zu ihren Hauptwirkungsstätten zählen. Hier kam es in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt zu brennenden Straßenbarrikaden und anderen Formen von Gewalt.

Haiti darf nicht vergessen werden
Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer erinnert sich daran, wie er im Jahr 2010 kurz nach dem Erdbeben Cité Soleil besuchte: „Das dortige Don Bosco-Schulzetrum war völlig zerstört worden, es gab mehr als 250 Tote. Aber die Patres gaben nicht auf und sorgten schon wenige Wochen nach dem Erdbeben mit unserer Hilfe für provisorischen Unterricht in Schulzelten und später den Wiederaufbau der Einrichtungen. Wir sind unseren Fördergebern und Spendern heute noch dankbar, dass sie uns damals mehr als 2 Millionen Euro überantworteten. Haiti darf aber auch heute nicht vergessen werden – so ein enormer Solidaritätsschub wie nach dem Erdbeben wäre auch jetzt dringend notwendig!“

Gebraucht werden kann jeder einzelne Euro, insbesondere in den Bereichen Bildung und Nahrungsmittelhilfe. Denn laut UN-Prognosen werden von März bis Juni 2020 etwa 4,1 Millionen Menschen in Haiti, also rund 40 Prozent der Bevölkerung, auf Nothilfe angewiesen sein.


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