So meistert der Tiergarten Schönbrunn die Corona-Krise

Tiger-Weibchen Ina

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Foto: Daniel Zupanc

So meistert der Tiergarten Schönbrunn die Corona-Krise

31.03.2020

Seit 12. März ist der Tiergarten Schönbrunn geschlossen. Wo sich sonst an einem schönen Frühlingswochenende tausende Besucherinnen und Besucher tummeln, um Elefanten, Tiger & Co. zu erleben, herrscht nun gähnende Leere. Die Eintrittserlöse fallen weg, die Futter- und Betriebskosten gehen allerdings weiter. Vor Ort sind derzeit nur jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Versorgung der Tiere und die Instandhaltung der Anlagen zuständig sind: Tierpfleger, Tierärzte, Zoologische Kuratoren, Techniker und Handwerker. Jeder Bereich wurde in Teams aufgeteilt, die abwechselnd Dienst versehen. Mit 1. April hat der Tiergarten Schönbrunn in Abstimmung mit dem Betriebsrat 70 Prozent seiner rund 230 Mitarbeiter für drei Monate zur Kurzarbeit angemeldet.

Betriebsratsvorsitzender Alexander Keller: „Ich bin froh, dass wir uns zusammen mit der Geschäftsführung auf dieses Modell einigen konnten. Durch die Kurzarbeit konnten wir sicherstellen, dass kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verliert. Alle Mitarbeiter sind sehr dankbar für diese Lösung und unterstützen den Tiergarten in dieser Krisensituation mit allen Kräften.“ Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck gibt den Dank an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück: „Es ist eine sehr herausfordernde Zeit. Ich danke meinem gesamten Team für die großartige Unterstützung, sodass diese Lösung gefunden werden konnte! Alle haben den Ernst der Lage erkannt und so konnten gemeinsam gute Lösungen gefunden werden.“ Der hohe Standard der Tierhaltung bleibt natürlich unverändert.

1991 wurde der Tiergarten Schönbrunn aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und operiert seit 1992 als eigenständige Ges.m.b.H.. Derzeit ist der Tiergarten gezwungen, auf jene Mittel zurückzugreifen, die er durch seinen wirtschaftlichen Erfolg angespart hat. Seit einigen Jahren beträgt die Eigenfinanzierungsquote über 100 Prozent. Damit finanziert der Tiergarten nicht nur seinen laufenden Betrieb selbst, sondern auch die letzten Bauprojekte, wie zum Beispiel die neue Flusspferdanlage. Auch für das nächste Großprojekt, das Aquarium, soll der Tiergarten die Mittel selbst aufbringen. Wie hart diese Zeit den Tiergarten Schönbrunn finanziell treffen wird, wird sich erst zeigen, wenn klar ist, wie lange die Schließung andauern wird.

Hering-Hagenbeck: „Uns erreicht derzeit eine Vielzahl an netten Nachrichten von Tiergarten-Fans, die sich schon freuen, wenn wir wieder öffnen dürfen. Diese Verbundenheit zu spüren, tut in dieser herausfordernden Zeit besonders gut.“


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