Ehrenamtliche im virtuellen Auslandseinsatz

Brigitte Sachs-Schaffer (am Boden sitzend) mit ihrem COOKtastic-Team

Foto: Senior Experts

Ehrenamtliche im virtuellen Auslandseinsatz

08.12.2020

Internationale Freiwilligeneinsätze: Neustart nach dem Covid-19-Abbruch

„Es funktioniert gut, ich sehe meine PartnerInnen vor Ort praktisch täglich via Zoom und WhatsApp. So erfahre ich von aktuellen Problemen, bespreche mich mit und koordiniere das Team“, berichtet Brigitte Sachs-Schaffer. Die selbstständige Organisations- und Unternehmensberaterin aus Wien ist ehrenamtliche Geschäftsführerin eines Social Enterprise-Projektes im südafrikanischen Kapstadt. Coronabedingt managt die erfahrene „Senior Expertin“ die Gastronomieschule „COOKtastic Hospitality Hub“ für benachteiligte junge Menschen aus den Townships derzeit aus ihrem Wiener Homeoffice.

Anlässlich des „Welttags des Ehrenamtes“ am 5. Dezember gibt die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt – nach dem durch die weltweite Corona-Pandemie ausgelösten „Lockdown“ aller internationalen Freiwilligeneinsätze – einen Ausblick zur Fortsetzung der von ihr getragenen Programme. „Jetzt heißt es, so weit wie möglich die Wiederaufnahme vorzubereiten“, erklärt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Und zugleich Alternativen auszuprobieren, wie den eingangs geschilderten „Remote-Einsatz“.

Wiederaufnahme und mögliche Varianten

Im Frühjahr mussten mit einem Schlag alle ExpertInnen von Senior Experts Austria – dem Entsendeprogramm von Jugend Eine Welt für Erwachsene, die ihr Fachwissen weltweit in gemeinnützigen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Kleinbetrieben einbringen – in die Heimat zurückgeholt werden. Ebenso wurden 30 junge VolontärInnen vom Verein VOLONTARIAT bewegt – der Initiative von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos – in einem Kraftakt mehr oder weniger über Nacht nach Österreich zurückgebracht. Die jungen Freiwilligen absolvierten nach ihrer Rückkehr ihre verbliebene Einsatzzeit in sozialen Einrichtungen in Österreich.

Viele der Freiwilligen blieben jedoch im virtuellen Kontakt mit ihren jeweiligen ProjektpartnerInnen im Globalen Süden. Brigitte Sachs-Schaffer, die bereits vor vier Jahren erstmals als Senior Expert in Südafrika engagiert war, sieht die Sache pragmatisch: „Die Online-Arbeit hat den Vorteil, dass ich Geld spare, weil ich weder Flüge noch Unterkunft buchen muss.“ Hybrid-Einsätze für Senior Experts könnten unabhängig von Corona künftig eine mögliche Variante sein: Vor- und Nachbearbeitung werden online abgewickelt, dazwischen wären die Experts tatsächlich vor Ort. Derzeit läuft in Österreich das Einführungsseminar mit zehn an einem Senior Experts-Einsatz Interessierten – natürlich online.

Hoffnung

„Der Vorbereitungskurs für die TeilnehmerInnen am Volontariat für junge Erwachsene ist ebenfalls angelaufen“, berichtet Reinhard Heiserer. Der Lockdown mit den nötigen Vorsichtsmaßnahmen erzwang zwar wieder den Wechsel auf die Computer-Bildschirme, das Interesse und Engagement der TeilnehmerInnen ist jedoch ungebrochen. „Wäre nicht Corona, dann wäre ich seit August bei meinem Projekt – ich träume seit drei Jahren davon, ein Volontariat zu machen. Weil ich an eine positive Wende glaube, lasse ich meine Hoffnung auf einen persönlichen Einsatz ab nächstem Sommer nicht sterben“, meint Neo-Volontärin Emilia.

Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr von VolontärInnen haben viele der langjährigen Jugend Eine Welt- ProjektpartnerInnen in Afrika, Asien und Lateinamerika. So schreibt Madre Narciza Pazmino, Leiterin der „Don Bosco Herberge“ für Straßenkinder in Ambato, Ecuador: „Die Mitarbeit der österreichischen Freiwilligen ist für uns eine große Unterstützung. Die Kinder und Jugendlichen warten immer auf die freundschaftliche Hand dieser jungen Menschen, die uns eine Zeit ihres Lebens und neue Zukunftsperspektiven schenken.“

Ausreisen ab Sommer 2021

„Dank unserer Fördergeber – namentlich die ADA, das Sozialministerium sowie Stiftungen – können wir daran arbeiten, diese wichtigen Programme über Grenzen hinweg fortzuführen und den Restart aller Einsätze vorzubereiten“, sagt Reinhard Heiserer. Er rechnet damit, dass spätestens im Sommer 2021 erste Freiwillige wieder ausreisen können.


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