Sierra Leone: Brände sind zunehmende Gefahr in Armenvierteln

7000 Menschen sind nach einem Großbrand im Armenviertel „Susan’s Bay“ in Sierra Leone obdachlos.

Foto: DBF/Acordagoitia

Sierra Leone: Brände sind zunehmende Gefahr in Armenvierteln

28.04.2021

Brände stellen immer häufiger eine Gefahr für die Bewohnerinnen und Bewohner von Armenvierteln in Sierra Leone dar. So vernichtete ein Feuer erst Ende März weite Teile von „Susan’s Bay“, einer informellen Siedlung am Rande der Hauptstadt Freetown. Mehr als 7000 Menschen verloren in letztes Hab und Gut. Don Bosco Fambul, die langjährigen Projektpartner der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt, stellen jetzt den Opfern Notunterkünfte bereit und versorgen sie mit Essen und Kleidung.

Susan‘s Bay ist das größte Armenviertel in Sierra Leone. Etwa 15.000 Menschen leben hier dicht gedrängt an der Küste des Atlantiks. Der Zugang zu der Siedlung, die tiefer liegt, ist schwierig. Die Menschen leben auf engstem Raum unter schlechten hygienischen Bedingungen, haben kaum medizinische Betreuung oder Schulen.

Ende März vernichtete ein Großbrand weite Teile des Armenviertels. Obwohl die Feuerwehr rasch alarmiert war, konnte sie das Feuer nur schwer unter Kontrolle bringen. Die fehlenden Straßen machten ein Eingreifen kaum möglich.

„Die Menschen mussten um ihr Leben rennen. Hunderte Kinder sind noch immer vermisst, sie haben im Chaos ihre Eltern verloren“, erklärt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. Hunderte Hütten brannten komplett nieder. 1597 Familien mussten vor den Flammen fliehen. „Vielen blieb nur ihre Kleidung am Leib. Sie haben das wenige, das sie besaßen damit auch noch verloren“, schildert Heiserer die Situation.

„Kinder, Jugendliche und Mütter mit Babys wissen, dass sie durch ‚Don Bosco Fambul‘ ein sicheres Dach über dem Kopf haben“, sagt Pater Jorge Crisafulli, SDB, Leiter des Kinderschutzzentrums. Dort hilft man den Brandopfern rasch und unbürokratisch. „Don Bosco Fambul“ stellt Notunterkünfte, Nahrung, Kleidung und Hygieneartikel wie Seife zur Verfügung.

Bereits im Dezember 2016, als die informelle Siedlung „Angola Town“ in Sierra Leone durch einen Großbrand komplett vernichtet wurde, leistete Jugend Eine Welt über „Don Bosco Fambul“ sofort Hilfe.

„Die Brände brechen aufgrund der mangelhaften elektrischen Leitungen oder durch unbeaufsichtigte Feuer aus“, erklärt Heiserer. „Die Feuerwehr ist meist machtlos, weil die Hütten dicht an dicht stehen und die Wege zu eng für ein Durchkommen der Fahrzeuge sind.“ Die Anzahl aber auch das Ausmaß der Feuer hat in den vergangenen Jahren zugenommen, berichtet „Don Bosco Fambul“. Trockenheit und Winde, so wie auch in Südafrika, begünstigen das Ausbreiten der Feuer.


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