Führerscheine für Hundebesitzer?
Tierärztin Dr. Susanne Lautner erklärt ihren Standpunkt.
Seit vielen Jahren wird von anerkannten Wissenschaftern (z.B. Verhaltensbiologen) in verschiedenen Ländern, versucht, einen standardisierten Wesenstest und eine Wesensbeurteilung von Hunden zu erstellen. Es ist seriöser Weise nicht möglich, denn es spielen zu viele Faktoren eine Rolle.
Ein und der selbe Hund kann z.B. von unterschiedlichen Prüfern unterschiedlich beurteilt werden , je nach dem ,ob man z.B. freundlich und hundegerecht oder aggressiv mit den Hund umgeht (das ist ja bei uns Menschen nicht anders ), was der Wissensstand des Prüfers ist (sehr variabel , setzt fundierte Kenntnisse zur Ethologie des Haushundes vorraus mit ständiger Weiterbildung).
Es kommt drauf an , welche genetischen Eigenschaften ein Hund hat ( oft sogar innerhalb eines Wurfes unterschiedlich ), wie der Hund als Welpe beim Züchter , in den ersten 4 Monaten und dann auch später beim Besitzer behandelt und gehalten wurde ( z.B. welche Lernerfahrungen er gemacht hat , besonders in seinen sensiblen Phasen oder Fremdelphasen: 8.-9. Woche, ca. 4 1/2 Monate, ca .9 Monate, zw. 16 -20 Monaten ) und vieles mehr.
Prinzipiell kann man aus jedem Hund einen Angstbeisser machen, unabhängig ob Rasse oder Mischling, und oft ist das Verhalten ein und desselben Hundes unterschiedlich bei verschiedenen Haltern.
Es ist fast nie möglich ,in einer Prüfsituation einen „Fall „ genau nachzustellen, da man nie mehr die damaligen Bedingungen wiederherstellen kann. Auch sind die Aussagen immer sehr auf die eigene Wahrnehmung jedes Menschen bezogen, die in der gleichen Situation unterschiedlich sind. So eine Test müsste sich über längere Zeit hinziehen , mehrere Tage dauern, mehrere Situationen, verschieden Menschen einbeziehen etc. und wäre dann noch immer nicht 100% aussagekräftig. (wen mehr interessiert, würde hier den Rahmen sprengen: z.B Feddersen-Peterssen:, Ausdrucksverhalten beim Hund; Mimik, Körpersprache, Kommunikation und Verständigung).
Das Thema ist sehr komplex, und tritt sehr oft in Großstädten auf, wo die Hundehaltung immer problematischer ist als am Land. Unsere Hunde stehen , genau so wie wir ,oft unter permanentem Stress . Hunde ( oder auch Menschen ) die unter Stress stehen, haben ein höheres Aggressionspotential , verteidigen sich schneller und „gehen schneller in die Luft „.Wir kennen das von uns : Wenn es in der Arbeit recht laut, viel zu tun, ,eben „stressig „ war , kommen wir nach Hause und regen uns über Banalitäten auf, die wir sonst nicht mal bemerken („dreh den Fernseher leiser !“ )
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Resumee
Abschliessend ist zu sagen, dass es prinzipiell gut wäre, wenn alle Hundebesitzer einen Hundeführschein bzw. einen Kurs ,machen um über das Wesen und Verhalten des Hundes (ihres Hundes, da es ganz unterschiedliche angeborene Verhalten je nach Hund und Rasse gibt), sein Lernverhalten, den Umgang mit ihnen etc. zu lernen (auch sollten viele Eltern über den Umgang, das Wesen, das Lernverhalten, die Psyche etc. von Kindern lernen). Wie aus allen Untersuchungen hervorgeht, kann man unter schlechten Aufzuchtsbedingungen , aus Unverstand des richtigen Umgangs mit Hunden und mit viel Gewalt aus fast JEDEM Hund einen Beißer machen, aber es kann nicht sein, dass das Gesetz nur bestimmte Rassen betrifft, die in den Beißstatistiken am unteren Ende zu finden sind, die man an den Pranger stellt, denn EIN Grund den Hundeführschein zu machen, sollte und könnte sein, durch dieses Wissen das Leben unserer Hunde zu verbessern und somit auch unser Leben mit ihnen.
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