Ob Hietzinger Bad oder Schönbrunner Bad - unterschiedlicher können Bäder garnicht sein. Hier ein Vergleich!
Hietzinger Bad, Foto: wien.gv.at
Sommer, Sonne, Wasserspaß: wenn die Sonne herunterbrennt wünscht man sich nichts sehnlicher, als ins kühle Wasser zu springen. In Hietzing gibt es zwei öffentliche Freibäder: das Hietzinger Bad und das Schönbrunner Bad. Es ist ein guter Zeitpunkt, beide zu vergleichen.
Das Hietzinger Bad
Die Legende aus der Kindheit: Dieses Bad liegt direkt an der Grenze zum 12. Bezirk und ist ein Bad der Stadt Wien. Das erkennt man direkt bei der Eintrittskassa: die Preise sind niedrig- Kinder bis 6 Jahre zahlen nichts, Erwachsene für eine Tageskarte 4,70 Euro. Nachmittagskarten werden genauso angeboten wie Familienkarten (1 Erw. + 1 Kind um 5,80). Das Bad ist ein klassisches städtisches Freibad. Kennt man eines, kennt man eigentlich alle.
Das bedeutet: volles Haus. Auf der Liegewiese ist die Hölle los und die Suche nach einem Platzerl für das eigene Handtuch kann mitunter schwierig werden. Wer seine Ruhe haben will, ist hier definitiv fehl am Platz: Kinder und Jugendliche toben herum, der allgemeine Lärmpegel ist laut und auch das Pfeiferl des Badewaschels ist im Dauereinsatz. Die große Wasserrutsche ist natürlich stark frequentiert, ein Beachvolleyballplatz ist genauso vorhanden wie Spiel- und Turnplätze und ein Freiluft-Schach. Die abgetrennten Sonnenbäder sind die einzigen „Rückzugspunkte“. Insgesamt wird also „Gaudi“ großgeschrieben! Das Kinderbecken bietet auch den Kleinsten einen ungetrübten Badespaß.
Kulinarisch kann man sich nicht viel erwarten: Schnitzelsemmel und fettige Pommes, gefolgt von einem Twinny oder einem Cornetto. Aber auch dieses „Einser-Menü“ hat bekanntlich hierzulande viele Anhänger...
Das Schönbrunner Bad
Das Bad wurde bereits 1838 erwähnt, selbst der Kaiser soll hier als kleiner Bub bereits geplanscht haben. Heute tummeln sich zwar keine Kaiser und -innen mehr, das Klientel ist aber dennoch ein Anderes als im Hietzinger Bad: wesentlich weniger Kinder, kaum Großfamilien oder ältere Personen. Hier treffen sich die jungen, feschen Städter und die, die einfach ein bissl mehr ihre Ruhe haben wollen. Das Gelände ist auf alle Fälle wunderschön im Schlosspark eingebettet. Ganz so grauslich pseudo-chic wie das Krapfenwaldlbad in Döbling ist es jedoch (gottlob) nicht. Und die Sportlichen werden auch hervorragend bedient, denn es gibt einen Beachvolleyballplatz sowie einen Fitness- und Wellnessbereich. Sogar massieren kann man sich lassen; Wasserrutsche sucht man aber vergeblich. Dafür verdient das „Sportbecken“ auch tatsächlich seinen Namen- immerhin hat hier der Rogan auch schon trainiert.
Da das Bad in privater Hand ist, sind natürlich auch die Preise höher. Das erklärt wahrscheinlich auch das etwas exklusivere Publikum: eine Tageskarte für Erwachsene kostet 10 Euro, Kinder bis 6 Jahre sind kostenlos. Jugendliche und Studenten (bis 27 Jahre) bezahlen 8 Euro. Die Erwachsenenkarte ab 17 Uhr ist mit 5 Euro noch immer teurer als die Tageskarte im Hietzinger Bad - Privatbäder bekommen nun mal keine Subvention aus öffentlicher Hand.
Bei der Gastronomie spielt das Schönbrunner Bad in einer ganz anderen Liga: frische Salate, sommerliche Pasta- und Wokgerichte, ernährungsphysiologisch abgestimmte Speisen, sowie Fitness- und Trendgetränke gehören zum Angebot. Eis gibts aber natürlich auch.
Fazit
Vergeben wir doch einfach Punkte (0 für schlecht und 3 für sehr gut) für die einzelnen Wertungskategorien- dann können Sie selbst entscheiden, welches Bad sie als erstes ausprobieren. Unser Tipp ist auf alle Fälle: probieren sie beide aus... soll schlimmeres passieren, als zwei Tage in Freibädern zu verbringen...
Ambiente
Hietzinger Bad: *
Schönbrunner Bad: ***
Kinderfreundlichkeit
Hietzinger Bad: ***
Schönbrunner Bad: **
Sportangebot
Hietzinger Bad: **
Schönbrunner Bad: ***
Preise
Hietzinger Bad: ***
Schönbrunner Bad: *
Ruhe / Entspannung
Hietzinger Bad: *
Schönbrunner Bad: ***
Gastronomie
Hietzinger Bad: *
Schönbrunner Bad: ***
Ergebnis
Das Schönbrunner Bad ist nicht nur teurer, sondern holt auch einen stattlichen Punktevorsprung heraus: es gewinnt mit 15 Punkten ganze 4 Punkte vor dem Hietzinger Bad (11 Punkte). Natürlich sind aber auch die individuellen Wünsche entscheidend (denn diese Wertung ist natürlich subjektiv): Familien mit vielen Kindern werden nicht nur über die geringeren Preise froh sein - eine Wasserrutsche zählt wahrscheinlich mehr als ein frischer Salat; wer Action mag, aber nicht wie in einer Sardinendose liegen möchte und ein bisschen mehr Urlaubsfeeling möchte als in der bekannten „Städtischen-Bad-Architektur“, der ist mit dem Schönbrunner Bad deutlich besser dran. Auch wenns ein bissl mehr kostet...
Wie auch immer: wir wünschen Ihnen möglichst viele Sonnenstunden im kühlen Nass. Es muss ja nicht immer gleich Grado sein...
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Es geht nicht darum, dass Kinder nicht erwünscht sind, sondern es geht darum, ebenso zu respektieren, dass Menschen , einfach etwas Ruhe haben wollen, deswegen sind Kinder noch lange nicht unerwünscht. Es soll und muss auch Plätze geben, wo man Ruhe genießen kann. | ||
Ingeborg Böhm, 30.08.2010 um 21:10 | ||
tägl. mit Kindern in das Schönbrunnerbad zu gehen, ist sicher nicht möglich. Man sollte aber trotzdem den Kindern gegenüber versuchen gerecht zu werden. Manchmal hat man den Eindruck, Kinder sind nicht erwünscht. | ||
Manuel Rischka, 23.07.2010 um 13:10 | ||
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